Geschichte

Kreta vor Christus


Die Mittelmeerinsel Kreta kann auf eine Geschichte bis 6000 vor Christus zurückblicken. Schon zu dieser Zeit sind erste Besiedelungen nachgewiesen. Etwa 3000 vor Christus begann mit der Minoischen Zeit auf Kreta unter der Herrschaft des Königs Minos die erste Hochkultur, die innerhalb Europas verzeichnet wurde. Im Jahr 1100 vor Christus wurde die Macht dann von den Mykenern übernommen, die auch das erste griechischsprachige Bevölkerung auf Kreta waren. Über die folgenden Jahrhunderte siedelten sich immer mehr griechischsprachige Stämme auf Kreta an, bis die Sprache der Minoer fast komplett auf Kreta verdrängt war. In der klassischen Zeit der griechischen Antike befand sich Kreta immer am Rand des Kulturraums der Griechen. Kreta war gesplittet unter vielen einzelnen Stadtstaaten, die Polis genannt wurden. Gortys war die damals mächtigste Polis auf Kreta. Hier existiert ein erhaltener, in Stein gehauener Gesetzescodex aus der mächtigen Zeit Gortys in der griechischen Antike. Hier handelt es sich um das einzige Relikt in dieser Form, das noch aus dieser Zeit stammt. Ab dem 3. Jahrhundert vor Christus war Kreta dann vom Hellenismus beherrscht bis die Römer ab 67 vor Christus Kreta verwalteten.

 


Geschichte Kretas nach Christus


Von Ende des 3. Jahrhunderts bis zu Beginn des 13. Jahrhunderts war Kreta vorwiegend von der byzantinischen Epoche beherrscht mit der einzigen Unterbrechung durch die Besetzung der Sarazener von 824 bis 960. Danach folgte nach dem vierten Kreuzzug die Verwaltung Kretas durch die Republik Venedig, deren Sitz damals Iraklio (Heraklion) war. Nach der Eroberung Kretas durch die Türken im Jahr 1645 gehörte die Insel zum osmanischen Reich. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts folgten mehrere Bürgeraufstände und im Jahr 1898 intervenierten dann Frankreich, Russland und das Vereinigte Königreich, sodass Kreta danach autonom unter der Oberherrschaft der Hohen Pforte stand. Erst im Jahr 1913 wurde Kreta aufgrund des Vertrags von London ein Teil Griechenlands. Während des 2. Weltkriegs wurde Kreta dann von der deutschen Wehrmacht erobert, da die Insel einen strategisch wichtigen Punkt im Mittelmeer darstellte. Die Besatzung endete 1945 mit dem Ende des Krieges. Aus der Widerstandsbewegung auf Kreta gegen die Besatzungsmacht folgte im Jahr 1946 dann der griechische Bürgerkrieg, der bis 1949 andauerte.