Minoische Palastanlagen

 

Neben der bekanntesten Palastanlage von Knossos gibt es auf Kreta noch weitere Palastanlagen aus der Zeit der Minoer, die zum Wandeln auf den Spuren der Geschichte einladen.


Die Palastanlage von Phaistos (oder auch Phaestos und Phestos)


Die minoische Palastanlage von Phaistos befindet sich in der Messara-Ebene, in der Präfektur Heraklion. Die Ruinen der antiken Palastanlage, die sich in der bronzezeitlichen, minoischen Siedlung befand, sind mit einer Fläche von 8.400 m² nach dem Palast von Knossos der zweitgrößte Palast aus dieser Zeit. Etwa 3 km entfernt von der Palastanlage befindet sich ein weiterer Palast, der durch einen gepflasterten Weg mit dem Hauptpalast verbunden war. Dieser 2. Palast wurde Agia Triada genannt, nach der byzantinischen Kirche, die sich in der Nähe befindet. Der minoische Name dieses 2. Palastes wurde nicht überliefert. Die Erbauung der Palastanlage wird auf 1900 bis 1850 vor Christus datiert.

 

 


Die Palastanlage von Malia


Die drittgrößte Palastanlage ist in Malia zu besichtigen, an der Nordküste ca. 30 km von Heraklion entfernt. Von diesem Palast ist der antike Name nicht bekannt. Die Palastanlage von Malia selbst hat einen Durchmesser von etwa 600 m und die antike Stadt, in der sich diese Palastanlage befand wird auf eine Fläche von 80 ha geschätzt. Die Erbauungszeit dieser Palastanlage wird ebenfalls in etwa auf das Jahr 1900 vor Christus datiert. Nach der Zerstörung aller Paläste, vermutlich durch ein Erdbeben zwischen 1750 und 1700 vor Christus, wurde auch diese Palastanlage von den Minoern erneut gebaut. Etwa im Jahr 1450 vor Christus folgte dann eine erneute Zerstörung, die ebenfalls auf Naturgewalten zurückgeführt wird.


Die Palastanlage Kato Zakros


Die viertgrößte Palastanlage aus der Zeit der Minoer ist Kato Zakros. Diese befindet sich am äußersten östlichen Ende von Kreta und es wird vermutet, dass der antike Name dieser Palastanlage Dikta lautete. Die zufällige Entdeckung dieser antiken Palastanlage ist einem Bauern zu verdanken, der beim bewirtschaften seines Ackerlandes auf antike Quader und Fragmente gestoßen war. Im Jahr 1961 begannen die Ausgrabungen, wobei damals noch vermutet wurde, der Bauer wäre auf eine minoische Handelsstadt gestoßen. Bei den Ausgrabungen wurde dann allerdings festgestellt, dass es sich um eine vierte Palastanlage handelte, die zudem weitaus unversehrter war als die anderen Palastanlagen. Im Gegensatz zu den anderen Palastanlagen war diese auch nicht geplündert, sodass wichtige Funde freigelegt werden konnten, die im Archäologischen Museum in Heraklion ausgestellt sind.